Bill Bryson, Eine kurze Geschichte der alltäglichen Dinge

Geschrieben von Jule am 23. Januar 2012 | Abgelegt unter Allgemein

Herrlich!! Mit seinem typischen Bryson-Humor erzählt uns der Autor Wissenswertes, was so nicht unbedingt im Lexikon steht. Eine Kulturgeschichte der etwas anderen Art, die zeigt, dass die Menschheit immer schon ein wenig verrückt gewesen ist. Besonders als Hörbuch für längere Autofahrten zu empfehlen.

“Delirium”

Geschrieben von Jule am 23. Januar 2012 | Abgelegt unter Belletristik

Nach Lauren Olivers erfolgreichem Jugendbuch “Wenn du stirbst zieht dein ganzes Leben an dir vorbei” ist nun ihr neuer Roman erschienen. Die Hauptperson in Delirium ist ein 18-jähriges Mädchen. Sie lebt in einer Zeit, in der die Liebe als eine Krankheit gilt. Menschen, die von ihr befallen sind, verändern sich, können durchdrehen und unzurechnungsfähig werden. Um das zu vermeiden, hat die Wissenschaft ein Mittel entwickelt, das verhindert, dass Menschen sich verlieben. Doch bei Lena geht etwas schief, sie verliebt sich in einen Jungen - der Kampf um die Liebe beginnt.
Ein spannender, durchaus realistischer Roman für Jung und Alt. Und ich kann es kaum erwarten, bis Anfang März der zweite Teil der Trilogie, Pandemonium erscheint. Bestellt habe ich ihn natürlich schon.

The Help

Geschrieben von Jule am 23. Januar 2012 | Abgelegt unter Literaturverfilmungen

Ein wunderbarer Roman ist verfilmt worden! Und hier ist der Filmtrailer.

Über die Situation des Buchmarktes …

Geschrieben von Jule am 6. Dezember 2011 | Abgelegt unter Literatur in den Medien

… hat der Journalist Michael Jürgs einen grandiosen Artikel geschrieben, der mir aus der Seele spricht. Hier ein kleiner Ausschnitt:

“Es wurden und werden zu viele sprachlose Bücher gedruckt, nach deren schon flüchtiger Lektüre man all die Bäume um Vergebung bitten möchte, die für den Schund ihr Leben lassen mussten. Es gibt aber Bücher, die werden leidenschaftlich nachts verschlungen, weil sie nur im Rausch begreifbar sind und nach deren letztem Satz sich der von ihnen verführte Leser so verlassen vorkommt wie nach dem Ende einer großen Liebe. Trost gibt es: Wer ein gutes Buch so sinnlich begriffen hat, begreift zukünftig sich selbst ein bisschen mehr.”

Wer weiter lesen möchte, u. A. über die Idee einer Aufspaltung der Bestsellerlisten in literarische Listen und welche für den Massengeschmack, der findet hier den gesamten Artikel.

Endlich: ein neuer (alter) McCarten

Geschrieben von Jule am 6. September 2011 | Abgelegt unter Belletristik

Liebe am Ende der Welt - so lautet der Titel von Anthony McCartens neuem Buch. Dazu muss gesagt sein, es handelt sich um einen älteren Titel, in englischer Sprache schon seit 1999 lieferbar (Spinners), aber jetzt erst übersetzt. Für eine Buchhändlerin gibt es kaum was Aufregenderes, als ein Paket mit neuen Leseexemplaren auszupacken und dabei ein neues Buch von einem Lieblingsautor zu entdecken. So geht es mir bei Anthony McCarten.

Liebe am Ende der Welt spielt in der neuseeländischen Kleinstadt Opunake. Wie in jedem Dorf wird auch dort viel getratscht. Und wie in Englischer Harem geht es auch hier darum, was die Leute mit ihrem Gerede anrichten und wie sich dadurch Menschenleben auf fatale Weise ändern können. Nur, dass die Geschichte ein völlig andere ist.

Es beginnt sehr skurril. Delia, ein junges Mädchen aus Opunake berichtet dem Dorfpolizisten, dass ihr Außerirdische begegnet seien, sie in ihr Raumschiff mitgenommen und mit ihr Sex gehabt hätten. Die unglaubwürdige Geschichte macht im Ort schnell die Runde und Delia wird zur Zielscheibe und zum Gespött der Leute. Dennoch hält sie an ihrer Geschichte fest. Die Lage spitzt sich zu als herauskommt, dass Delia schwanger ist und scheinbar auch noch mit zwei weiteren Mädchen der Stadt das gleiche geschehen ist. Dann ist da noch der neue Bibliothekar von Opunake, der Delia sehr mag und ihr helfen möchte und der anhand der ausgeliehenen Bücher sehr viel über die einzelnen Einwohner in Erfahrung bringen kann. Und es geht um Hässlichkeit und um Liebe und was diese - im negativen wie im positiven Sinne -zu bewirken vermögen. Und um Lebensphilosophien und dass jeder seine eigene haben sollte.

Ein toller Roman, gefüllt mit Lebensweisheiten und schönen Metaphern. Er erreicht nicht die Größe von Englischer Harem, aber seine Lektüre ist ein voller Genuss. Ich mag McCartens Art zu schreiben sehr.

Bisher vertrat ich die Ansicht, …

Geschrieben von Jule am 1. Juli 2011 | Abgelegt unter Belletristik

… dass Autoren, die in meinem Alter (33 Jahre) oder jünger sind, keine guten Bücher schreiben können. Denn, wie auch zahlreiche andere Bibliophile, träume auch ich davon, irgendwann mal selbst ein Buch zu schreiben. Bisher habe ich das nicht getan, geschafft, hinbekommen und getröstet habe ich mich damit, dass ich einfach noch zu jung bin und es noch mehr Lebenserfahrung bedarf, um ein Buch schreiben. Das muss ich nun revidieren. Zum Einen, weil ich dann irgendwann keine Bücher mehr lesen kann, denn vermutlich werden irgendwann auch alle Autoren jünger sein als ich und zum Anderen, weil ich gerade einen unglaublich tollen Debüt-Roman von einer 34-jährigen gelesen habe.

Die Autorin heißt Astrid Rosenfeld und ihr Erstling Adams Erbe. Es geht um Edward Cohen, einen jungen Mann, der in der heutigen Zeit lebt und um Adam, den Bruder seines Großvaters, dem Edward angeblich so ähnlich sieht. Edward hat keine leichte Kindheit. Seinen Vater kennt er nicht, seine naive Mutter verliebt sich in Männer, die ihr schaden und seine energische Oma ist stets bemüht, seine Mutter zu verkuppeln (nur, dass diese sich eben immer für andere Männer entscheidet).

Eines Tages entdeckt Edward auf dem Dachboden des Hauses, in dem schon mehrere Generationen von Cohens gelebt haben, die Lebensgeschichte seines Großonkels Adam, von ihm selbst aufgeschrieben. Die Geschichte beginnt in Berlin, nach dem 1. Weltkrieg. Adam gilt als etwas langsam im Kopf (Andreas Steinhöfel würde ihn vermutlich als “tiefbegabt” :-) bezeichnen), fliegt deswegen gewissermaßen aus der Schule und bekommt einen Privatlehrer. Die engste Bezugsperson in seiner Kindheit wird nicht etwa seine Mutter, sondern seine Oma Edda, die ein besonderes Geschick darin besitzt, sich Männer gefügig zu machen und die in den Augen anderer Menschen lesen kann - zwei “Gaben,” die sich im Laufe der Jahre als sehr brauchbar und sogar lebensrettend herausstellen. Doch das liest besser ein jeder selbst nach…

Mit ihrem Erzähltalent  gelingt es der Autorin, ein so erstes Thema wie die Judenverfolgung im 3. Reich mit einem Humor zu erzählen, der das Absurde, das Grausame voll zum Ausdruck bringt. Adams Erbe stimmt aufmunternd, heiter, zutiefst betroffen und traurig und hinterlässt ganz sicher jeden Leser nachdenklich. Ein Buch, das mich zutiefst berührt hat!

“Cassia & Ky - Die Auswahl”: Der Auftakt einer neuen Phantasie-Reihe

Geschrieben von Jule am 4. Juni 2011 | Abgelegt unter Belletristik

Obwohl ich keine große Phantasie-Leserin bin hat mir das erste Buch von Ally Condie Die Auswahl, das sich auch im Original sehr gut lesen lässt (Matched) so beeindruckt, dass ich am liebsten sofort den zweiten Teil lesen gelesen hätte und mit großer Enttäuschung festgestellt habe, dass er erst im November erscheint (unter dem Titel Crossed). Die Idee der Geschichte ist unheimlich interessant. Es handelt sich um eine - in großen Teilen tatsächlich vorstellbare -  Zukunftsvision, eine Dystopie.

Die Menschen leben in einer kontrollierten Welt, gesteuert von einer unbekannten Society. Alles ist künstlich angelegt. In der Stadt in der die 16-jährige Cassia lebt, gibt es keine natürlichen Wälder mehr, dafür gepflegte, angelegte Grünanlagen. Krankheiten wie Krebs sind weitestgehend ausgerottet, die Menschen haben nichts Schlimmes zu befürchten. Dafür kann sich niemand mehr seinen Beruf selber aussuchen, das wird festgelegt. Genau, wie die Wahl des Ehepartners. Die Menschen hinterfragen nicht, warum auch, sie leben ja ein zufriedenes geregeltes Leben, haben ihre Familie, ihre Häuser, ihre Jobs. Cassia braucht eine Weile, bis sie erkennt, dass sie ein selbstbestimmtes Leben leben möchte. Sie fühlt sich zu ihrem Schulkameraden Ky hingezogen, der eine geheimnisvolle Vergangenheit hat. Und nach und nach kommt heraus, dass es scheinbar noch andere Menschen gibt, die nicht damit einverstanden sind, dass ihr Leben kontrolliert wird.

Der erste Teil von Cassias und Kys Geschichte wirkt für mich wie eine (spannende) Einleitung, das Abenteuer geht erst zum Ende hin los. Und deswegen möchte ich so schnell  wie möglich wissen, wie es weiter geht…

“Little Bee” von Chris Cleave

Geschrieben von Jule am 4. Juni 2011 | Abgelegt unter Belletristik

Little Bee kommt aus dem nigerianischen Busch, hat mit ansehen müssen, wie ihre Eltern umgebracht wurden und ihre Schwester auf bestialische Weise gequält, vergewaltigt und getötet wurde. Nun, nach zwei Jahren in einem britischen Flüchtlingslager, staunt sie über die Probleme der Europäer. Und sie staunt, wie selbstverständlich es für uns ist, zum Supermarkt fahren zu können, wenn die Milch alle ist, einen Fernseher oder Computer zu besitzen und wie leichtfertig wir an die Tankstelle fahren, um unser Auto mit Benzin zu füllen, ohne uns Gedanken zu machen, woher das Öl kommt und wie viel Blut daran klebt. Zum Beispiel das Blut von Litttle Bees Familie, die sterben musste, weil auf ihrem Grund und Boden Ölvorräte gefunden wurden. Sie staunt darüber, dass die Europäer danach streben, glücklich zu sein, während sie froh ist, dass sie in England niemand verfolgt, um sie zu töten.

Doch nicht nur Little Bees Geschichte wird in diesem Roman erzählt, sondern auch die Geschichte der Engländerin Sarah, die, wie der Leser erst nach und nach erfährt, eng mit Little Bees verwoben ist. Zwei Frauen, die - jede auf ihre Weise - mit den Problemen in ihrer Welt fertig werden müssen und die sich - trotz aller Differenzen - lieb gewinnen.

Eine ergreifende und sehr realistische Geschichte! Mein Favorit in diesem Frühjahr und zu Recht auf der Bestsellerliste.

Gute Geister oder The Help

Geschrieben von Jule am 3. April 2011 | Abgelegt unter Belletristik

Katherine Stockett hat meinen Lieblingsroman in diesem Frühjahr geschrieben. Allerdings finde ich auch hier den amerikanischen Originaltitel The Help, sowie die amerikanische Covergestaltung wesentlich treffender als die deutsche Ausgabe mit dem Titel Gute Geister.

Die Autorin hat einen großartigen Südstaaten-Roman geschrieben, der in den 1960er Jahren spielt und die Diskriminierung der Schwarzen am Beispiel mehrerer Hausmädchen, die bei wohlhabenden Weißen angestellt sind, beschreibt. Stockett gelingt es sehr glaubwürdig, aus der Perspektive zweier schwarzer Frauen zu erzählen, wo es meistens nur Berichte aus der Sicht von Weißen gibt.

Die drei jungen Frauen Miss Skeeter (weiß), Aibileen (schwarz) und Minny (schwarz), wagen etwas zur damaligen Zeit Undenkbares. Sie schreiben gemeinsam über die Situation von schwarzen Hausangestellten im Staat Mississippi - zu einer Zeit, in der sich Weiße und Schwarze noch nicht einmal bei einem freundlichen Gespräch miteinander erwischen lassen durften, als Schwarze als “dreckiger Abschaum” galten und der Bürgerrechtler Martin Luther King ermordet wurde.

Ein wunderbarer Roman, der zu Tränen rührt und dessen Figuren so realistisch und liebenswert beschrieben sind, dass man jede einzelne von ihnen nur ins Herz schließen kann.

“From Homeless to Harvard”

Geschrieben von Jule am 28. März 2011 | Abgelegt unter Biografie

Liz Murray hat mit 30 Jahren ihre beeindruckende Autobiografie Als der Tag begann geschrieben. 1980 geboren, wächst sie in der New Yorker Bronx auf, als Tochter drogenabhängiger Eltern, die ihre beiden Töchter zwar lieben, ihnen aber aufgrund ihrer Sucht kein Kind gerechtes Leben bieten können. Bereits im Grundschulalter kümmert sich Liz um ihre Eltern, die ständig auf der Suche nach Geld, Drogen und Essen sind. Sie  versucht ihr eigenes Geld zu verdienen, um sich ab und zu etwas zu essen kaufen zu können. In der Schule gilt sie als Außenseiterin, da sie immer schmutzig und völlig verwahrlost herumläuft. Das und die mangelnde Verantwortungspflicht ihrer Eltern führen dazu, das sie bald gar nicht mehr in die Schule geht und irgendwann auf der Straße lebt. Im Teenageralter verliert sie ihre Mutter an AIDS, einige Jahre später auch ihren Vater.

Und irgendwann beschließt sie, ihr Leben selber in die Hand zu nehmen. Sie träumt von einer eigenen Wohnung, dessen Miete sie von selbst verdientem Geld bezahlen kann. Sie möchte nicht länger in Treppenhäusern oder bei Freunden schlafen und setzt alles daran, einen ordentlichen Schulabschluss zu erreichen, mit dem Ziel zu studieren. Und tatsächlich gelingt es ihr, mit eisernem Willen, Disziplin und Visionen, einen Platzt in Harvard zu ergattern.

Heute, mit 30, ist sie eine erfolgreiche Geschäftsfrau, die sich für obdachlose Kinder einsetzt und Seminare gibt, in denen sie Menschen ermuntert, Ziele zu verfolgen und dem Leben einen Sinn zu geben.

Eine motivierende Lektüre, die einen beim Lesen ständig daran erinnert, auf welch hohem Niveau wir häufig jammern!  Und da sag noch mal einer, Kinder aus sozial schwachen Elternhäusern hätten keine Chance im Leben. Liz Murray ist der lebende Beweis dafür, dass jeder Mensch sein Leben selber in die Hand nehmen kann.

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