Ein Roman für Buchliebhaber

Geschrieben von Jule am 12. März 2010 | Abgelegt unter Belletristik

Frisch auf deutsch erschienen ist “Der Hochstapler” von David Belbin. Ein grandioser Roman über einen jungen Mann, der gerne Schriftsteller werden möchte, dem es jedoch nicht gelingt, seinen eigenen Schreibstil zu finden. Stattdessen entdeckt er sein Talent, den Stil berühmter Autoren fälschen zu können.

Als seine Mutter verstirbt, begibt sich Mark Trace nach London, um zu studieren. Doch das Studium befriedigt ihn nicht. Er hat niemanden, dem er sich anvertrauen kann. Seinen Vater hat er nie kennen gelernt und Freunde hat er auch keine. Im Umgang mit anderen Menschen ist er eher unbeholfen und schüchtern.

EInes Tages beginnt er, für die “Little Review” zu arbeiten. Ein Londoner Literaturmagazin, dass seine besten Tage in den 50ern und 60ern des 20.Jahrhunderts hatte. Der mittlerweile sehr gealterte Herausgeber hortet noch so einige Überbleibsel aus besseren Zeiten im Archiv, u. A. Texte von berühmten Schriftstellern wie Graham Greene

Als das Magazin kurz vor der Pleite steht, begibt sich Mark auf dünnes Eis und verfasst Kurzgeschichten im Stile von Roald Dahl und Graham Greene, die er veröffentlichen möchte als alte Texte, die er im Archiv der “Little Review” aufgetan hat. Und die Welt springt darauf an…

Der Roman ist spannend geschrieben und die Idee des Autors, eine Geschichte über Literaturfälschungen zu schreiben, ist hochgradig interessant. Im Buch selbst heißt es, dass seit Menschengedenken Kunstfälschungen das Aufsehen der Welt erregen, Literaturfälschungen jedoch nur selten auftauchen, abgesehen von z. B. den gefälschten Hitler-Tagebüchern.

Bei der Lektüre bekommt man Lust, so mache Klassiker noch mal zu lesen und sich mit den jeweiligen Stilen der Autoren zu befassen. Belbin gelingt es, ein passendes Maß an Fiktion und Realität zu vermischen, ohne dass es aufgesetzt wirkt.

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